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15.11.2017 08:43 Alter: 30 days
Kategorie: Adasch PM

Hamburger Abendblatt vom 15. November 2017

Fall Brackel: Politiker fordern Konsequenzen


CDU-Landtags- und Bundestagsabgeordnete kritisieren Fahndungspannen und wollen Aufklärung.

Brackel/Berlin.  Der Bericht über mutmaßliche Versäumnisse der Polizei im Fall eines Tageswohnungseinbruchs in ein Einfamilienhaus in Brackel ruft Landes- und Bundespolitiker auf den Plan: Gestern wurde der Fall in der CDU-Fraktion des niedersächsischen Landtages erörtert. In Berlin befasste sich der Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Michael Grosse-Brömer, mit dem Fall. Grosse-Brömer lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Brackel.

Unter der Schlagzeile "Opfer orten Einbrecher – was tut die Polizei?" hatte das Abendblatt am Montag über Versäumnisse der Polizei bei der Fahndung nach den Tätern berichtet. Im Kern ging es dabei um die Frage, warum die Polizei einer heißen Spur nicht nachgegangen ist, die nach Überzeugung der Opfer zur raschen Ergreifung der Täter hätte führen können. Hintergrund: Jens Weiß (Name geändert), Familienvater und IT-Fachmann aus Brackel, war es gelungen, sein im Fluchtfahrzeug verborgenes iPad zu orten. Demnach dürften sich die Täter kurz nach dem Einbruch in Thieshope, ganz in der Nähe seines Hauses, befunden haben. Aber die Polizei schenkte den Hinweisen offenbar keine nennenswerte Beachtung.

"Dieser Fall ärgert mich sehr. Er ist ein erneutes Beispiel dafür, warum das Vertrauen der Bevölkerung in die wirksame Strafverfolgung verloren geht", sagte Grosse-Brömer am Rande der Koalitionsverhandlungen dem Abendblatt.

Das Einbruchsdezernat der Polizeiinspektion Harburg hat bereits Fehler eingeräumt. Der Ruf nach interner Aufklärung des Falls, in dem die Notrufzentrale der Polizeidirektion Lüneburg eine zentrale Rolle spielt, wurde laut. "Gut, dass die Beamten Fehler eingeräumt haben, denn solche Abläufe dürfen sich nach einem Einbruch nicht wiederholen", sagte Grosse-Brömer.

Der Vorgang zeige auch den "Bedarf an weiteren Polizeibeamten" vor Ort und an einer "zu verbessernden polizeilichen Zusammenarbeit über die Grenzen der Bundesländer" hinweg. "Die Aufklärung von Straftaten darf nicht an Zuständigkeiten scheitern. Darum muss sich die neue Landesregierung dringend kümmern." Er habe seinen Landtagskollegen André Bock gebeten, die Sache bei den zuständigen Stellen in Hannover unverzüglich zur Sprache zu bringen. Der polizeipolitische Sprecher der CDU, Thomas Adasch versprach, der Sache nachzugehen und mit der Polizei zu reden. "Man hat offensichtlich Ermittlungsansätze gehabt, denen nicht nachgegangen wurde. Es ist bedauerlich, dass es nicht geklappt hat." Die Zahl der Wohnungseinbrüche im Landkreis sei zu hoch, die Aufklärungsquote mit rund 20 Prozent viel zu niedrig. Der CDU-Landtagabgeordnete Heiner Schönecke aus Elstorf bekräftigte: "Ich erwarte, dass die Polizeidirektion in Lüneburg den Fall akribisch aufarbeitet und die notwendigen Schlüsse zieht." Einbruchsopfer Corinna Weiß betonte: "Ich hoffe, dass jetzt gehandelt und nach Lösungen gesucht wird.

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