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29.01.2020 09:19 Alter: 62 days
Kategorie: Adasch PM

Celler Kurier vom 20. Januar 2020

Dutzende Trecker warteten beim Neujahrsempfang der CDU Hambühren


HAMBÜHREN (was). Kürzlich veranstaltete der CDU-Gemeindeverband Hambühren seinen traditionellen Neujahrsempfang im örtliche Rathaus. Die Ansprache hielt Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast.

 

Beim ihrem Eintreffen wurde
sie aber zunächst mit vielen
Landwirten aus der Region
konfrontiert. Diese waren mit
Treckern an der Versonstraße
erschienen, um der Ministerin
ihren Unmut und ihre Kritik
über die vielen Auflagen, zum
Beispiel im Bereich Düngemittelverordnung
mitzuteilen. Ein
Katalog mit Fragen wurde Otte-
Kinast ebenfalls ausgehändigt,
auf welche die Landwirte gerne
zeitnah Antworten haben wollen.
Danach ging die niedersächsische
Ministerin für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz
ins Rathaus,
wo sie vom neuen Bürgermeister
Carsten Kranz begrüßt wurde.
Anschließend trug sie sich
in das Buch der Gemeinde
Hambühren ein.
In der Begrüßung zeigte Ulrike
Kramer, Parteivorsitzende
der CDU Hambühren, die Zielsetzung
für das neue Jahr auf.
Man wolle miteinander statt
übereinander reden und dabei
schon mal den Blick auf die
Kommunalwahl 2021 richten.
Gleichzeitig warb sie für einen
offenen und respektvollen Umgang
in Gesellschaft und Politik.
D
er CDU-Landtagsabgeordnete
aus Hambühren, Thomas
Adasch, würdigte die Landwirtschaft
als ein Stück „Kulturgut“.
Um die Interessen der niedersächsischen
Landwirte bestmöglich
zu vertreten, scheue
Otte-Kinast auch nicht den
Konflikt mit Berlin oder Brüssel,
versicherte Adasch. Er
blickte danach auf die allgemeine
politische Ausgangslage
in der Welt. Die Instabilität der
Sicherheit, die Angst vor Terror
und die Unzufriedenheit der
Bevölkerung bereiteten ihm
Sorgen. Das schlage sich auch
in vielen Wahlergebnissen wieder,
wo die beiden Volksparteien,
anders als wie in Niedersachsen,
mittlerweile keine
Mehrheiten mehr zusammen
erhalten. Da man sich oft nur
auf den kleinsten gemeinsamen
Nenner einigt, sind Dreier-
oder sogar Viererbündnisse
nicht zielführend. Über die
Unzufriedenheit wundert sich
Adasch auch vor dem Hintergrund,
dass es den Menschen
in Deutschland doch insgesamt
sehr gut gehe. Auf die
Landespolitik bezogen, freue er
sich, das Niedersachsen finanziell
gut aufgestellt sei, sodass
Schulden zurückgezahlt werden
können. Auch das neue
Polizeigesetz oder der Weiterbau
der Ortsumgebung Celle
seien aktuell gute Entwicklungen,
so Adasch.
In ihrer Ansprache wies Otte-
Kinast auf die Wichtigkeit des
Zeitpunktes hin. 2020 sei das
Jahr der Entscheidungen, wo
die Weichen für die Landwirtschaft
der Zukunft gestellt werden
müssen. Es handele sich
um Zeiten, in denen Umwelt-,
Klima- und Tierschutz eine
größere Bedeutung haben. Die
Demonstrationen der jüngsten
Vergangenheit, wie in Berlin,
haben gezeigt, wie groß die
Angst an den Höfen ist, meinte
Otte-Kinast. Sie erklärte: „Wir
wollen Rede und Antwort stehen.
Die Landwirtschaft steht
vor großen Herausforderungen
und die Landwirte fühlen sich
als ,Buh-Männer‘ der Gesellschaft.
Ich kann den Frust verstehen.
Die Landwirte sollen
von ihrer Arbeit leben können.“
Obwohl viele Entscheidungen
außerhalb der Landesgrenzen
hinaus getroffen werden, müsse
ein Plan für Niedersachsen
entwickelt werden. Alle Gruppen
sollten dabei mitdiskutieren.
Eine „nachhaltige Bewirtschaftung“
sei dabei eines der
wesentliche Ziele, so die CDUPolitikerin.
„Die Erwartungen der Konsumenten
sind hoch - gerade
im Bereich Tierwohl. Deshalb
müssen tragfähige Finanzierungsmodelle
aufgezeigt werden“,
formulierte Otte-Kinast.
Sie selbst hatte gleich zu Beginn
dieses Jahres eine Zusatzabgabe
ins Spiel gebracht, um
eine Transformation an Höfen
für mehr Platz und bessere
Haltungsbedingungen finanziell
zu ermöglichen. Doch diese
Idee einer Art „Fleisch-Steuer“,
die nicht neu ist, findet bei den
Landwirten nicht überall Zuspruch.
Wichtig für alle ist aber,
das man sich zumindest Gedanken
macht.
„Jeder zehnte Arbeitsplatz in
Niedersachsen hängt an der
Landwirtschaft“, betonte Otte-
Kinast. Das viele Landwirte
schleichend nach und nach
aufgeben, erzeuge leider nicht
immer soviel Aufmerksamkeit
wie ein Personalabbau bei einem
Großkonzern. „Mit solchen
Dingen wie der Afrikanischen
Schweinepest oder verrückt
spielenden Wetter haben
die Landwirte schon genug
Sorgen. Jetzt soll nicht auch
noch die Politik ein Unsicherheitsfaktor
werden“, meinte die
Ministerin abschließend.