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18.11.2019 08:47 Alter: 24 days
Kategorie: Adasch PS

Cellesche Zeitung vom 18. November 2019

Spatenstich für Mittelteil der Ostumgehung: Politiker denken schon an nächste Schritte


„So schnell wie geplant werden sie nicht fertig werden. Gefühlt dauern die Bauarbeiten schon ewig. Es wird Zeit, dass da Ordnung reinkommt.“

Heide Rose Celle

CELLE. Auf diesen Tag haben viele Celler lange gewartet: Rund 100 Gäste haben am Samstag in Altencelle den symbolischen Baubeginn für den seit Jahrzehnten geplanten und viel diskutierten Mittelteil der Ostumgehung gefeiert. Die leitende Baudirektorin Gisela Schütt von der Landesstraßenbaubehörde sagte: „Wir machen dort weiter, wo wir Mitte 2013 aufgehört haben. Wir wollen ein Schild enthüllen, das allen zeigt, hier tut sich etwas, hier geht es weiter.“ Als Erstes werde die Brücke „Ce 12“ gebaut, auf der die neue Bundesstraße 3 bei Altencelle die B 124 überqueren soll.

Erste Pläne schon 1817: Der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, blickte in seiner Rede bis in das Jahr 1817 zurück: „Da hat eine Baukommission einen Chausseeplan entwickelt und damals schon eine Straße aufgeführt, die Buxtehude mit Hamburg, Celle und Hannover verbinden soll und dann weiter nach Deutschland geht.“ Sie hätten damit eigentlich die heutige B3 gemeint, die eine weit überregionale Bedeutung habe, so Ferlemann.

„Frühestens in sechs Jahren. Ich glaube, dass da jetzt etwas passieren wird. Der BUND agiert auf dem Boden des Rechtsstaats. Daran gibt es nichts Verwerfliches.“

Der Staatssekretär erläuterte, warum der Verkehr in Celle ein Problem ist: „Hier treffen mit der B3, der B 191 und der B 214 drei Bundesstraßen aufeinander, dazu kommen noch drei weitere Landesstraßen. Sie bilden im Innenstadtbereich einen achtstrahligen Stern, in dessen Zentrum es zu erhöhten Verkehrsbelastungen kommt“, stellte er fest. „Letztlich bündelt sich das alles auf der zentral gelegenen Allerbrücke, die rund 30.000 Kraftfahrzeuge am Tag passieren würden. „Wenn man erklären müsste, warum man Ortsumgehungen um Städte legt, sage ich nur: Guckt euch Celle an, das ist das beste Beispiel in ganz Deutschland“, so Ferlemann.

Werner Langhans Celle

„Ich schätze mal 15 Jahre. Schon beim ersten Teil hat es unheimlich lange gedauert, bis sich überhaupt etwas getan hat.“

25 Brückenbauwerke und Unterzüge geplant: Der Mittelteil ist der eigentliche Kern der Ostumgehung Celle. „Wenn der mal fertig ist, hat man einen großen Teil der ganzen Baumaßnahme geschafft“, sagte Ferlemann. „Die 5,3 Kilometer haben es in sich: 25 Brückenbauwerke und Unterzüge sind dort drin.“ Es sei auch eine Brücke mit 435 Metern Länge geplant. Der Bund investiert dabei rund 92 Millionen. Die Celler werde es freuen, wenn 20.000 Fahrzeuge weniger durch die Stadt fahren würden, so der Staatssekretär. Er bedankte sich bei den beteiligten Politikern und bei der kürzlich gegründeten Bürgerinitiative. Ferlemann: „Das haben wir in Deutschland sehr selten – dass eine Bürgerinitiative für den Bau einer Straße ist und so viel bewegt hat.“

Elke Tietze Höfer

„Ich erinnere mich an den ersten Bauabschnitt. Das hat ewig gedauert. Erfahrungsgemäß ist es so: Wird ein Termin genannt, kann er nicht eingehalten werden.“

Ferlemann wünscht sich, dass bis Ende des Jahres noch der Planfeststellungsbeschluss für den Nordteil zustande komme. Wenn dieser Teil dann eines Tages fertig sei, habe Groß Hehlen ein großes Problem, weil dort der ganze Verkehr hinliefe. „Deshalb müssen wir auch dort in Groß Hehlen den Menschen eine andere Lösung anbieten. Das Land Niedersachsen hat uns Vorschläge gemacht.“ Im Ministerium sei man pünktlich fertig geworden und hätte grünes Licht gegeben. Mit dem sogenannten Gesehen-Vermerk sei auch klar, dass der Bund die Kosten für den letzten Bauabschnitt trage.

Björn Mendala Hambühren

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Der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann erinnerte daran, dass 1979 der erste Planfeststellungbeschluss erfolgt sei. „40 Jahre später stehe ich jetzt vor Ihnen und habe einen Gesehen-Vermerk für den weiteren Abschnitt“, so Althusmann. „Das ist heute ein historischer Tag, für die ganze Region, für die Bürger aus Celle und dem Landkreis.“

Außergerichtliche Lösung bis Jahresende? Althusmann erläuterte, dass es ohne die Entscheidung der beteiligten Ministerien – die nicht ohne Risiko gewesen sei – nicht zu diesem Tag gekommen wäre. Man habe wie angekündigt unmittelbar nach dem Einsetzen des Sofortvollzuges ausgeschrieben. Der Zuschlag sei erteilt. „Insofern steht der Vollendung des Mittelteils bis 2025 inklusive der Verkehrsfreigabe möglichst Anfang 2025 nichts mehr im Weg“, so der Minister.

Althusmann wandte sich auch an die Kritiker der Ostumgehung, die befürchteten, dass durch den Bau Landschaft und Natur Schaden nähmen: „Die jetzt vorliegende Planung hält die Eingriffe in die Natur so gering wie möglich. Für alles, was nicht vermieden werden kann, sind Kompensationsmaßnahmen geplant.“ Mit einigen Artenschutzmaßnahmen habe die Straßenbaubehörde begonnen. Althusmann weiter: „Ich finde es hilfreich, dass wir ins Gespräch gekommen sind und die Gespräche fortgesetzt werden, dass man auch eine außergerichtliche Lösung finden kann.“ Ob es dazu komme, bleibe abzuwarten. Der Dezember 2019 werde dafür entscheidend sein.

(Text: Dagny Siebke / Bild: David Borghoff)